Sie weint. Und ich habe keine Ahnung, was los ist.

Ich fühle ihren Schmerz. Kann ihn aber nicht verstehen. Mit meiner Handfläche tätschele ich den Kopf der Frau, so wie Mama und Papa es machen, wenn ich weine.

Wir leben erst seit kurzem in Deutschland. Ich bin etwa drei Jahre alt.

Wenn ich soweit zurückdenke, wie ich nur kann, dann erinnere ich mich an dieses Ereignis.

Das ist meine erste Erinnerung.

Schmerz.

Glücklich sein (?)

So melancholisch wie in diesen ersten Zeilen, bin ich eigentlich nicht. Eher im Gegenteil, so wie im Titelbild. Ausgelassen, lachend und ein wenig bescheuert. Was heute für mich selbstverständlich ist, war die meiste Zeit des Lebens ein Rätsel für mich.

Ich hab nicht verstanden, wie das funktioniert:

Glücklich sein.

Kling seltsam, oder? Vielleicht sogar pathetisch bis dämlich.

Ich kann’s nicht ändern. So war’s eben.

Die meiste Zeit meines Lebens habe ich mich gefragt:

Warum geht es den anderen so gut? Warum sind die so glücklich, so erfolgreich? Was zur Hölle mache ich falsch?

Heute weiß ich’s.

Wonach wir alle suchen

Jeder von uns sucht, ob wir es zugeben wollen oder nicht, nach dem Sinn des Lebens. Nach unserer Bestimmung. Jeder von uns sucht sein eigenes großes Was, das wahre Warum – Die Selbstverwirklichung.

Wonach suchen aber alle Menschen gleichermaßen?

Nach Zugehörigkeit.

Das ist so. Streite das gerne ab. Tief in Euerm innern, wisst Ihr, dass es wahr ist.

Selbst die Menschen, die sich abgrenzen oder isolieren wollen. Aussteiger, Eigenbrötler, Introvertierte, Scanner oder wie sie sich auch nennen mögen – das alles sind Gruppen. Und wenn Menschen sich diesen anschließen, dann oft mit dem befreienden Gefühl:

Das bin ich.

Exakt das, war ein Leben lang mein Problem.

Alles falsch

Über meine Kindheit hinweg habe ich gelernt:

Was du tust und fühlst, ist falsch.

Entweder ich habe zu viel geheult oder war zu euphorisch.

Nice.

Das erste, was ich in der Schule gelernt habe, war:

Du lernst falsch.

Gelernt wird so, wie die Schule es vorgibt.

Läuft.

So ähnlich ging das weiter.

„Das darf man nicht!“, und: „Das macht man nicht!“ waren meine steten Begleiter.

Ich wollte irgendwo dazugehören, aber prallte überall ab.

Irgendwie war alles, was ich machte, alles was ich dachte, alles was ich war-

Es war alles falsch.

Dabei habe ich das genau andersherum gesehen. Ich fand immer: So wie es läuft, so wie die anderen denken, so wie das Leben angeblich funktioniert – DAS ist falsch!

Kennst Du einen dieser Menschen, die ständig nach dem Wieso fragen?

Wieso muss ich etwas lernen, das ich nicht brauche? Wieso muss ich etwas machen, dass mich nicht weiterbringt? Warum muss ich für den Traum von jemand anderem arbeiten, der mich nicht wertschätzt? Warum funktioniert die gesamte Wirtschaft nach einem Konzept, das seit Jahren nicht aufgeht?

Das bin ich.

Gelebte Ohnmacht

Naja, gut. Die Lösung lag auf der Hand. Ich musste mich ändern. Ich musste mich anpassen, mich fügen.

Jemand werden, der ich nicht bin.

Dann verstelle ich mich eben ein Leben lang. So lange, bis ich es selbst glaube.

Wie schwer kann das sein?

Ich habe aufgehört zu sagen, was ich denke, zu machen, was ich liebe und angefangen mich unterzuordnen und etwas Sinnvolles zu tun. …wer wundert sich an dieser Stelle noch, dass ich nicht kapieren konnte, wie glücklich sein funktioniert?

Ich hatte (mich) aufgegeben.

Domestiziert von der Gesellschaft stehe ich einige Jahre später in einem wahnsinnig, wahnsinnig, wahnsinnig sinnvollen aber gottlos unkreativen Kaufmanns-Ja-Sager-Job am Kopierer und frage mich:

„Was hast Du die letzten Jahre in deinem Leben geschafft?“

Nichts, ist selten eine gute Antwort.

Gelebte Ohnmacht – Soll das mein Leben sein?

War das alles?

Höchste Zeit ein paar Mittelfinger zu verteilen.

FUCK WHAT THEY THINK

Mittelfinger für den Chef. Mittelfinger für den Job. Ein weiterer für alle Menschen mit denen ich mich zwangsvereinbart habe. Noch ein paar Weitere für alle, die mir jemals gesagt haben:

„Du kannst das nicht“

„Du schaffst das nicht“

Ein ganz dicker Mittelfinger auch für mich selbst und all das, was ich mir eingeredet und all die Zwänge, die ich mir selbst auferlegt habe.

Fuck what they think. Ich hab mich mit ausgestrecktem Mittelfinger im Kreis gedreht.

Kleine Überreaktion, aber scheinbar notwendig, denn seitdem hat sich alles verändert.

Die Mittelfinger sind mir ausgegangen. Der ganze Frust ist raus. Ich denke, ich musste mich einmal richtig auskotzen, bevor ich sein kann, wer ich wirklich bin.

Früher habe ich mich gerne als zynisches Arschloch beschrieben.

Das bin ich nicht.

Ich bin eher das Gegenteil – so wie der Typ ganz oben auf dem Titelbild – mit ganz viel Leidenschaft, Liebe und Begeisterung für die Welt und die Menschen, die auf ihr leben.

LIVE YOUR PASSION

Scheiß auf die Mittelfinger-Sache. Ich möchte eine andere Message in die Welt tragen.

Egal, wie unser Leben angefangen hat und egal, wie oft wir scheitern.

Es wartet noch ein ganzes Leben voller Chancen auf uns und wir können das Ruder jeden Tag rumreißen.

Let’s be Pirates!Live your passion way of pirate

1 Comments

  1. Wojtek mein Bester,

    ich bin wahnsinnig stolz auf dich! Dieser Beitrag lässt mich mehr verstehen. Dich besser kennen lernen.

    Du bist mir eine so große Inspiration meine Leidenschaft, meine Träume und meine Vision zu verfolgen.

    Das was du tust, das wofür du gehst, das, was du dich traust, dass bewundere ich sehr.

    Ich bin sehr froh darüber, dass alles mit verfolgen zu können.

    Ich hab dich wahnsinnig lieb mein lieber Cousin!

    Fühl dich lieb gedrückt!!

    Deine Cousine
    Sandra

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