Ich nehme mir grade (k)ein kleines Social Media Päusken.

Ist ja aktuell in – Digital Detox und so.

Ne, das ist nicht, was ich mache. Wobei – so ganz verkehrt wäre das nicht, allein aus neuronaler Sicht…

Egal, ist ja kein Wissenschaftsforum hier.

Ich nehme mir weniger Pause vom Konsum, als von der Publikation.

Das Problem ist auch nicht wirklich Social Media.

Das Problem ist… dazu komme ich noch.

Lasst mich erst mal ein, zwei Thesen in den Raum stellen.

Social Media ist-

Spannend finde ich, dass alle Welt Social Media als so eine Art Werkzeug betrachtet. Dieses Ding, das wir benutzen. Ein Teil des Internets.

Vor ein paar Monaten hörte ich Gary Vee dann in irgendeinem Interview sagen:

„Social Media ist nicht ein Teil des Internets. Social Media ist das Internet!“

Und das stimmt. Zumindest in der aktuellen Form. Wenn über Web 2.0 – also die aktuelle Version des Internets gesprochen wird, ist der maßgebliche Unterschied zur Vorgängerversion vor allem eine Sache:

Interaktion.

Überleg mal: Wie empfindest du eine Website oder einen Webservice der nicht interaktiv ist und auf dem Du nicht interagieren kannst? Wie würdest du so eine statische Website bezeichnen?

Als Infopage? Vielleicht.

Als Wiki? Selbst das ist interaktiv, weil du daran mitarbeiten und mitgestalten kannst.

Also ich, ich nenne solche Pages:

Tot.

Social Media braucht-

„Alle hängen nur noch vor dem Smartphone“

Mäh, mäh, mäh…

Und wer ist schuld dran?

Richtig! Social Media!

„Das macht süchtig und lenkt von all den wichtigen Dingen im Leben ab!“

So oder so ähnlich dachte ich lange Zeit auch.

Das hat sich erst geändert als ich Social Media nicht mehr als dieses Ding wahrgenommen habe, das wir benutzten, um damit etwas Bestimmtes zu erreichen. Ablenkung, Kreation, Business, Spaß – whatever.

Social Media ist kein Fremdkörper, den wir gelegentlich in unser Leben holen. Social Media ist Teil unseres alltäglichen Lebens, Teil der Gesellschaft.

Vielleicht verschränkst Du in diesem Moment die Arme oder denkst dir innerlich:

„Is´klar…“

Gib der Überlegung eine Chance.

Wir leben in einem Land in dem fast jeder über Social Media vernetzt ist. Unsere Eltern nutzen Facebook und unsere Großeltern sind mit WhatsApp unterwegs. Die jüngeren Geschwister kennen Social Media von denen wir noch keinen Plan haben oder nutzen es auf eine Weise, die wir noch gar nicht kannten.

Wir alle haben unterschiedliche Vorlieben und landen doch immer wieder auf einer Plattform auf der wir eigentlich gar nicht angemeldet sind. Weil es dieses eine Video nur auf YouTube gibt, weil diese eine Influencerin mit den fancy Travel Pics nur auf Instagram unterwegs ist oder weil es dieses eine Bild nur als Pin auf Pinterest gibt.

Die Frage ist gar nicht so sehr, ob wir Social Media wirklich wollen oder brauchen. Mir stellt sich viel eher die Frage:

Wann brauchen wir Social Media nicht?

Social Media macht-

Social Media macht nichts.

Lange Zeit wollte ich mir einreden, dass Social Media irgendetwas mit mir macht.

Deswegen müssen wir uns ja distanzieren, weil Social Media unser Leben übernimmt.

Bullshit.

Das Problem ist nicht Social Media.

Ich bin das Problem.

Weil ich etwas von Social Media verlange. Ich verlange, dass es so für mich arbeitet, wie ich will. Dass es mich ablenkt, wenn ich abgelenkt sein will. Dass es mir Likes und Views gibt, wenn ich welche haben will. Dass Menschen mit mir kommunizieren, wenn ich kommunizieren will und dass es mich verf**kt nochmal in Ruhe lässt, wenn ich Ruhe haben will.

Aber so funktioniert das nicht.

Wenn ich vor die Haustür und an einen Ort gehe, an dem viele Menschen unterwegs sind, werde ich dort unter Umständen auch angequatscht werden, wenn ich nicht angequatscht werden will. Ich werde Dinge sehen, die ich unter Umständen gar nicht sehen will. Gespräche hören, die ich nicht hören will und abgelenkt werden, wenn ich nicht abgelenkt werden will.

Social Media – das Internet in seiner heutigen Form – ist genau so ein Ort.

Nur digital – schneller und über die Grenzen unserer Vorstellungskraft hinaus vernetzt.

Und dort hänge ich jeden Tag ab. Sobald das WLAN, WiFi oder mobile Daten aktiv auf einem Gerät abgerufen werden, habe ich kein Recht mich über das zu beschweren, was da passiert und mir womöglich Zeit, Ruhe oder was auch immer klaut.

Ich entscheide mich dort zu sein.

Social Media ist eigentlich-

Fragt sich was die Lösung ist, denn auch ich merke:

Manchmal wird mir das zu viel.

Außerdem merke ich:

Das fühlt sich nicht richtig an.

Gerade, weil viele von uns Social Media als dieses moderne Werkzeug mit seinen eigenen Regeln betrachten und nicht als integralen Teil unseres Lebens ist die Digitale Welt voller Fakes.

Fake-Kommunikation, Fake-Konversation, Fake-Netzwerke, Fake-Persönlichkeiten und Fake-Emotionen.

ABER es gibt eine wundervolle Kehrseite.

Dank Social Media, dank dem modernen Internet können wir uns über alles informieren und WEIL wir so gut vernetzt sind ECHTE Inhalte mit Fake Content vergleichen.

Behauptung: Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, kann Bullshit und Fakes förmlich riechen.

Ich sehe allmählich, wie sich echte Inhalte und echte Persönlichkeiten durchsetzten und halten.

Und das ist, was ich will.

Echt sein.

Denn Social Media ist eigentlich sozial.

Ohne eigentlich.

Social Media ist sozial.

Sozialer als alle dachten und teilweise noch denken.

Auf Social Media sind echte Menschen, mit echten Interessen, mit echten Bedürfnissen unterwegs, die sich wirklich vernetzten wollen, nach ehrlichem Mehrwert suchen und Teil der Wirklichkeit, Teil der Realität – ein Teil dieses Lebens sind.

Menschen. Nicht User.

Social Media Macht

Scheiß auf Fans, Follower, Likes, Views und was auch immer.

Ich will mich auf echte Menschen konzentrieren. Auf die echten Piraten des Lebens.

Dafür muss ich mir allerdings zuerst an die eigene Nase packen.

Immer wieder versuche ich mich anzupassen. Die Regeln zu befolgen. SEO-Optimierung hier, Hashtag-Überflutung da, Linkdropping, Share-Madness. Feedback, Feedback, Feedback – Was wollt ihr hier? Was wollt ihr da?

STOP!!11!

Mir reicht‘s.

DAS ist alles fake. Inhalte forcieren und in Förmchen zwängen, damit sie besser angenommen werden.

Kein Bock mehr da drauf.

Nein.

Nein, danke.

Abgesehen davon, dass darunter die Kreation, Kreativität und insgesamt alles leidet, was ich liebe, geht dafür scheiße viel Zeit und Energie drauf.

Ich habe das Gefühl viele Menschen glauben, dass Social Media ihnen ein Stück weit Macht gibt.

Die Macht soziale Medien dem eigenen Zweck zu unterwerfen und so diese unbekannte stereotypische Masse an Fans und Followern nach eigenem Willen zu lenken.

Die Wahrheit ist

Je mehr wir Social Media versuchen auszunutzen, umso mehr Macht geben wir ab. Wir unterwerfen uns den Regeln der Algorithmen. Nicht andersrum.

Das, was wir kreieren wird angepasst und angepasst, bis es irgendetwas ist „was die Leute wollen“ aber nicht mehr das, was es mal werden sollte – Das, was wir wollten.

Deswegen nehme ich aktuell mehr Abstand.

Ich liebe die Arbeit, Kreativität und die Möglichkeiten auf Social Media.

Aber ich hasse es mich zu unterwerfen.

Ich kastriere aktuell absichtlich meine Reichweite, kürze Inhalte und verringere die Postingfrequenz, um mir Zeit für das zu nehmen, was mir wichtig ist:

Kreation.

Erschaffen.

Echte Inhalte.

Ich geb mich ungern mit halben Sachen ab (…purer Euphemismus – ich hasse halbe Sachen). Fakt bleibt trotzdem, dass ich mit einzelnen Postings oder Storys nicht so viel ausdrücken kann, wie mit einem ganzen Vlog oder Podcast.

Und wenn mal ein Post kacke ist, juckt mich das nicht, aber wenn ein Vlog oder Podcast kacke wird, bricht mir das das Herz.

#VivaLaCreate

Ich liebe die Menschen, um mich herum, für das was sie sind. Nicht für das, was sie für mich sein sollten.

Nichts anderes will ich für mein eigenes Leben und das werde ich nicht bekommen, wenn ich immer wieder versuche mich in Förmchen zu quetschen, in denen ich keinen Platz finde, um mich zu entfalten.

Also kürze ich dort, wo ich eingeschränkt bin und mache mehr Zeit für das frei, was ich liebe.

#VivaLaCreate

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