Von Vancouver bis nach Calgary. Das war die Route für den Kanada-Roadtrip.

Warum wir keinen Rund-Trip gemacht haben? Warum der Westen Kanadas? Das sind vielleicht die ersten Fragen, die wir klären sollten.

Ihr könnt auch direkt zu den einzelnen Stops springen. Wenn ihr mehr von dem jeweiligen Ort sehen möchtet, klickt auf die Links, um Euch das passende Video anzusehen.

Warum One Way und kein Round Trip?

Viele Touristen, die wir getroffen haben, hatten sich für einen Rund-Trip entschieden. Also beispielsweise in Vancouver starten, die angepeilten Spots, Sehenswürdigkeiten und Städte abklappern und wieder zurück fahren.

Wir nicht.

Interessant war: Viele mit denen wir gesprochen haben, hatten die Möglichkeit gar nicht in Betracht gezogen. Aus welchem Grund auch immer.

route kanda-guide

Von Vancouver bis Calgary. Unsere Route durch BC und Alberta

Für uns gab es trotzdem zwei entscheidende Faktoren bei der Wahl zwischen Round Trip und One Way.

1⃣ Sehenswürdigkeiten ➡ Wir haben für uns festgestellt und beschlossen, dass wir nicht dieselbe Route zurück nehmen würden. Aber auf den potentiellen Rückwegen gibt es – zumindest aus unserer Sicht – wesentlich weniger Orte und Punkte, die uns interessiert hätten.

2⃣ Zeit ➡ Wenn wir einmal hin und zurück müssen, haben wir weniger Zeit. Wir haben die Reise innerhalb unseres Arbeitnehmerurlaubs gemacht. Das hieß, wir mussten innerhalb einer bestimmten Zeit (drei Wochen, eigentlich zu kurz) wieder abreisen. Den 2.000-Kilometer-Roadtrip von Vancouver nach Calgary haben wir in der Zeit ohne Probleme und ohne große Eile geschafft.

Hätten wir nochmal zurück gemusst, wäre das ein anderes Thema gewesen.

Warum durch den Westen Kanadas?

Es spricht nichts dagegen ganz Kanada zu bereisen.

Das ist lediglich eine Frage der Zeit und des Geldes.

Grundsätzlich häufen sich im Westen gefühlt deutlich mehr Sehenswürdigkeiten, Spots und Naturwunder als in der Mitte oder im Osten Kanadas. Ich war selbst nicht dort. aber die Kanadier selbst erzählten uns, dass der französische Osten deutlicher urbaner ist als der Westen.

Äh, urban? Hochhäuser, Städte, Metall, Beton und so.

Die Kanadier erzählten uns außerdem:

„Ihr habt eine gute Wahl getroffen. Ihr bereist den schönsten Teil unseres Landes.“

Keine Ahnung, ob’s stimmt. Trotzdem glaube ich gerne daran. 😊

Jetzt aber wirklich zur Route!

Vancouver – und das Island

Wir sind in Vancouver in British Columbia gestartet und haben anschließend einen Drei-Tages-Abstecher nach Vancouver Island gemacht. Nach Besuch der Riesen-Metropole gab uns die größte nordamerikanische Pazifik-Insel das Gefühl erstmals einen Hauch von dem richtigen Kanada zu sehen. Die meiste Zeit haben wir dabei im Norden in Port McNeil und Telegraph Cove verbracht. Unter anderem beim Wale beobachten mit Stubbs Island Whale Watching.

Sea to Sky – and ein bisschen Wüste

Zurück auf dem Festland ging es über den Sea-to-Sky-Highway (Route 99) Richtung Whistler. Wir sind am Meer entlang, dann in die Berge hinein und später durch Goldgräberland und Wüste gefahren. Jede Stadt war ein bisschen anders aber irgendwie interessant. Nur Whistler fanden wir nicht so berauschend. Die Stadt wirkte eher wie ein riesengroßes Outlet und Touri-Paradies.

Kann geil sein, war aber nichts für uns.

Wells Gray und Jasper – WOHA NATURE!

 Der erste Nationalpark in dem wir länger blieben, war Wells Grey in Clearwater. Wahnsinns Wasserfälle, meterweit hechtende Lachse und der erste Schwarzbär, den wir in freier Wildbahn gesehen haben – das sind meine Erinnerungen an diesen Ort.

Und Mücken… Abartig viele Mücken. Überall. Naja, ein bisschen Schwund ist immer. #campinglife

Anschließend verließen wir BC (British Columbia) und bewegten uns durch Alberta.

Next Stop: Jasper. Sowohl der National Park als auch die Stadt. Schöne Gegend, süßes Städtchen. Wenn Ihr da seid, macht unbedingt den Trail zur Sulphur Skyline (hikt UNBEDINGT das letzte Stück hoch, auch wenn es steil ist) und gönnt Euch anschließend eine oder ein paar Stunden in den heißen Quellen. Der Hike ist für lau und die Quellen kosten circa sechs Kanadische Dollar. Ein Schnapper für das kanadische Preisniveau.

Icefield Parkway – atemberaubend

Was danach kam war irre. Haltet Eure Kinnlade fest, denn der Icefield Parkway ist noch wesentlich mehr als Euch versprochen wird. Oftmals bezeichnet als schönste Fernfahrtstraße Kanadas. Mich würde es nicht wundern, wenn das der schönste Highway der Welt wäre. Ihr müsst nur Glück mit dem Wetter haben, dann könnt Ihr magisch leuchtende Seen umgeben von mächtigen, eisbedeckten Gletschern auf 230 Kilometern bestaunen.

Einzige Schwierigkeit: Ihr müsst den Highway entweder an einem Tag machen (was für mich persönlich viel zu schnell war, weil zu schön und zu viele zum Staunen) oder Ihr müsst ordentlich Geld lassen für die Unterkunft. Die einzigen Inns und Motels auf dem Weg liegen nämlich an den Touri-Hotspots. Mit Glück könnt Ihr aber in einem der Wilderness Hostels unterwegs unterkommen oder findet einen Campingplatz.

Lake Louise & Field – oder nur eins von beiden

Willkommen zurück an der Grenze zu Alberta. Wenn Ihr hier unterwegs seid und Euch Luxus gönnen wollt, bleibt in Lake Louise. Wenn Ihr allerdings Geld sparen und die Gegend erkunden wollt, fahrt zwanzig Minuten weiter nach Field, das übrigens wieder in BC liegt. Ist immer noch nicht super günstig, aber deutlich günstiger als Lake Louise. Außerdem gibt es hier mein Lieblings-Hostel, in dem ich gerne noch länger geblieben wäre. Bevor Ihr nach Field fahrt, solltet Ihr einkaufen, denn einen Supermarkt gibt es hier nicht. Der steht in Lake Louise. 🤣

Das Schönste, was wir hier gesehen haben? Moraine Lake und der Hike im Schnee zum Sentinal Pass. Ein Tag, den ich hoffentlich nie vergessen werde.

Banff – Die Stadt, nicht der Nationalpark

Nettes Städtchen. Etwas Touristisch, aber nicht so sehr, dass es uns genervt hätte. Wir haben uns auf dem Campground direkt neben der Innenstadt niedergelassen und so ein paar Dollar gespart. Ansonsten haben wir hier einfachmal ein bisschen Pause gemacht. Entspannt und gelebt. Heiße Quellen gibt es hier übrigens auch.

Calgary – zurück in der Großstadt

Nach Vancouver kam nichts Vergleichbares. Zumindest nicht im Sinne einer Großstadt. Erst wieder in Calgary. Calgary ist industrieller als Vancouver und liegt nicht am Meer. Trotzdem schön hier. Wer sowohl Großstadt als auch Natur genießt, kann sich hier quasi langsam auf die Rückkehr in die Zivilisation einstellen.

Wenn ihr eine Unterkunft sucht, die hier können wir ganz besonders empfehlen. Preis-leistungs-technisch die beste Unterkunft des ganzen Trips. Grüßt John von uns!

Und nu?

Schau Dir weitere Infos bei den Erfahrungen oder bei den Kanada-Tipps an.