Ist ´n bisschen was her.

Bisschen was passiert.

In den letzten Wochen ziemlich viel.

In den letzten Tagen noch viel mehr.

Über´s Schreiben habe ich mal geschrieben:

Psychoanalyse in the making. Das brauche ich jetzt mehr denn je.

Nach einem halben Jahr getrennt

Wenn ich das hier veröffentliche ist auf den Tag genau ein halbes Jahr rum.

Peng.

Halbes Jahr Weltreise. Und wir bewegen uns langsam… glaube ich zumindest.

Über die Azoren, nach Cap Verde, auf´s afrikanische Festland, quer durch Südafrika, rüber nach Tansania, ein kurzer Abstecher auf Sansibar, paar Tage überbrückt in Dubai und jetzt hängen wir irgendwo in Indien ab.

Einzeln.

Getrennt.

Wie getrennt?

Kathrin und ich haben gemeinsam einen „speziellen“ Meditationskurs angefangen. Das Vipassana. Der ganze Spaß geht zehn Tage. Eigentlich elf – sagt einem aber keiner. Jedenfalls war ich nach eineinhalb Tagen raus.

Ich bin gegangen.

Ich habe aufgegeben.

Während ich diesen Text schreibe, weiß ich noch nicht so ganz, was es für mich bedeutet. Nach zwei quälend zermürbenden Tagen, hielt der dritte Tage – heute – für mich ein Kreditkarten Fiasko bereit. Mitten in einer kleinen indischen Stadt namens Karnal, in der so gut wie niemand Englisch spricht.

Und Kathrin? Kat ist geblieben. Deswegen: „Getrennt“

Das erste Mal (ohne mögliche Kommunikation) seit fast elfeinhalb Jahren.

In neun Tagen sehen wir uns wieder.

…und ehrlicherweise habe ich Angst.

Was ist passiert? Worum geht’s?

Wieso hast du davon nichts mitbekommen?

Während des Vipassanas ist keine Kommunikation erlaubt und alle Wertsachen werden abgegeben. Deswegen haben wir beiden auch die Offline-Zeit verkündet. Nur bin ich schon wieder online… naja, so halb.

Ich lass die Finger von Social Media. Nur WhatsApp zeigt noch Push-Nachrichten an, falls Kathrin sich meldet. Aber ohne das (böse, böse) Internet, hätte ich es heute nicht geschafft Indiens Straßen zu entfliehen.

Ich meine das ernst: Ich hätte auf der Straße schlafen müssen, mit Backpacks und ohne Geld. Eine Situation, die ich speziell in fernen, fremden Ländern niemandem wünsche.

Hier soll´s aber gar nicht so sehr, um die Story der letzten Tage gehen. Das verarbeite ich anders.

Ich möchte darüber schreiben, was mit mir in diesem halben Jahr passiert ist.

Weltreise Routine

Beim letzten Updatet habe ich noch was von Heimweh und Zweifel geschrieben.

Nun. Wie soll ich sagen? Heimweh ist weg.

Kenn ich nicht mehr. Kann mir ehrlich gesagt schwer vorstellen zurückzukommen.

Das ist jetzt erst mal nichts Besonderes, sondern einfach nur Routine.

Ich glaube, wenn du nicht unbedingt, unbedingt, unbedingt nach Hause willst, freundest du dich (relativ) schnell mit der Situation an.

Dauernd wechselnder Wohnsitz, dauernd neue Sprache, dauernd neue Umgebung – und „dauernd“ ist ein Indiz für etwas Normales.

Routine eben.

Weltreise Verwirrung

Die Sache mit dem Zweifel andererseits…

Wo fang ich am besten an?

Bis zu meinem ersten (richtigen) englischen Video wuchs und wuchs meine Zuversicht. Irgendwann war ich nah dran mich Unaufhaltsam zu fühlen.

Das hatte die Weltreise mit mir gemacht.

Als wir quer durch Südafrika getourt sind und uns für drei Wochen in Capetown niedergelassen haben, hatte ich das Gefühl:

Alles geht!

kapstadt

Hier oben hatte ich das Gefühl: Die Welt steht mir offen!

Der große Struggle aus Cap Verde lag hinter und die Welt weit und offen vor mir.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Ich treffe meinen Lieblings Creator Dan Mace. Erfülle mir einen Traum in Tanzania. Kaum Zeit zum durchatmen. Wir wollten ´ne ruhige Zeit machen bei Ma in Arusha, aber der Zeltplatz ist direkt neben der Bar. Täglich neue Leute. Urplötzlich sind wir in Sansibar. Andere Kultur, anderes Klimia. Überall Touristen. What the fuck? Lass hier weg, lass hier weg. Das Echo in meinem Kopf.

Dann sind wir endlich weg.

Dubai.

Eine Messerspitze Ruhe in dem Teufelstrank der sich in den letzten Wochen zusammenbraute.

BOOM! INDIEN! Einfach so!

Ich wollte nie hier hin.

Ich wollte nicht nach Indien und jetzt bin ich da.

Eindrucksvoller als ich dachte. Eigentlich ziemlich cool. Faszinierend.

Die Menschen und der Verkehr machen mich trotzdem (k)irre.

Zweifel

Ich komm zum Punkt.

In den letzten Wochen hatte ich kaum Zeit mich selbst zu fühlen oder meine Gedanken zu spüren.

Das bisschen Ruhe, das wir uns gegönnt haben, habe ich Idiot für Arbeit aufgewendet. Arbeit, die ich einholen wollte, die mich aber längst schon überholt und überrundet hatte.

Da war keine Ruhe. Es gab nur Erkunden oder Kreieren.

Und kurz vorm Vipassana fühlte ich dann, wie mir alles zu viel wurde, wie ich jede Zuversicht verlor und mein Kopf übersprudelt vor…

Negativität.

Großer Fehler. Am ersten vollen Tag des Vipassanas trifft mich der ganze Scheiß, den ich ignoriert habe mit voller Breitseite… und haut mich um.

Nicht im Kopf, nicht im Herzen, nicht am Körper – überall. Gleichzeitig.

Ich strauchel mit aller Kraft, aber der düstere Sumpf meiner Seele, den ich beinahe vergessen hatte, reißt mich in die Tiefe – ohne jede Chance zu atmen.

Da war ich vorgestern. Und gestern. Und auch heute bin ich noch dort.

Der letzte Teil

Hier höre ich auf für heute. Den letzten Teil schreibe ich am Abend bevor Kathrin und ich uns wiedersehen.

Ich spreche immer viel über Leidenschaft und habe für mich in den letzten Monaten erkannt, dass alles was ich heute bin und alles was ich heute lebe, auf den Fehlern basiert, die ich mein Leben lang so furchtbar verflucht habe.

Und aktuell mache ich einen Fehler nach dem anderen.

– 28.09.2018 –

Der wirklich letzte Teil

Acht Tage später. Morgen sehen Kathrin und ich uns wieder.

Womöglich hast du meinen Schmerz in den letzten Zeilen gespürt oder dir gedacht:

„Fuck! Das will ich nicht lesen… das zieht mich runter!“

Ich könnt´s verstehen.

Jetzt ist allerdings alles gut. Ich sitze im vermutlich einzigen Fancy Café der Stadt, hatte lecker Kuchen, Caffee Americano, kann kaum aufhören zu grinsen und habe feuchte Augen – so glücklich fühle ich mich.

Vor acht Tagen hatte ich einen neuen emotionalen Tiefpunkt.

Tiefer als du glaubst.

…und ich glaube, wenn ich in den letzten Monaten über mich hinausgewachsen bin, dann wurde ich in dieser Woche wiedergeboren.

Stärker, zuversichtlicher, zielstrebiger, ruhiger und-

Glücklicher.

– 06.10.2018 –

pirate & Kat love and happines

DISCLAIMER – nächsten Wochen

Ich werde mich auf Social Media ein wenig bedeckter halten. Vor allem in den Insta Stories.

…ich werde Euch die volle Geschichte der letzten Woche nach und nach erzählen.

Vlog für Vlog.

Schaut aufmerksam zu, lest zwischen den Zeilen, schaut bis zum Ende und in drei, vier Vlogs laufen alle Fäden zusammen.

Danke an alle treuen Begleiter auf diesem Weg.

Ich hoffe, ich kann euch etwas zurückgeben.

Only Love, Pirates.

W

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